Letzten Monat haben wir mit unserer Made in Germany-Reihe begonnen. Wir möchten dir damit aufzeigen, warum es uns so sehr am Herzen liegt, dass wir in Deutschland produzieren. Uns ist es wichtig, damit transparent zu sein, was wir unter gutem wirtschaften verstehen. Nämlich nicht möglichst viel billig produzieren und entsprechend zu Dumpingpreisen zu verkaufen. Wir möchten unsere Produkte sozial verantwortlich und mit einer Produktqualität herstellen, die unseren Ansprüchen genügt. Dazu wollen wir Ressourcen schonen und in einem offenen Austausch mit unseren Kund*innen, Kooperationspartner*innen und Wettbewerber*innen stehen. Wir haben das Gefühl, dass diese für uns selbstverständliche Einstellung für viele Kunden überraschend ist. Aus diesem Grund wollen wir dir erklären, was die Qualität unserer Produkte für uns bedeutet.


Was bedeutet Qualität für uns?

Stell dir vor: Du hast ein extrem gutes neues Kochrezept für ein Gericht entwickelt, das nicht nur deine Familie, sondern auch alle anderen toll finden, die davon kosten. Dir ist dabei wichtig, dass nur die besten Zutaten verwendet werden, und du hast es etliche Male gekocht, bis all deine Handgriffe saßen und die Rezeptur perfekt war. Du hast dir alles notiert, weil du es ja auch gemeinsam mit Partner*in und Kindern kochst. Vielleicht wart ihr sogar gemeinsam auf dem Bauernhof und habt euch erklären lassen, woran man eine gute Qualität erkennt. So wissen sie genau, wie es sein sollte. Sie haben dir auch etliche Male gleich zurückgemeldet, wenn irgendetwas noch nicht so richtig gut schmeckte. Und so habt ihr im Teamwork was Tolles geschaffen! Das Ganze hat auch noch ziemlich lange gedauert und mal ehrlich, zwischendrin hast du dich immer wieder gefragt, ob sich der ganz Aufwand wirklich lohnt. Wenn Du jedoch von anderen hörst, wie sie deine Arbeit anerkennen und wie wunderbar es geschmeckt hat, dann weißt du: deinen Anspruch, den willst du nicht verringern.

So ähnlich ist es mit unserem Anspruch an die Qualität unserer Produkte. Es geht nicht nur um die besten “Zutaten”, also Materialien, die wir verwenden. Es gehört noch so viel mehr dazu, aber natürlich sind sie eine wichtige Grundlage. Zur Produktion gehören Arbeitsgeräte und die Menschen, die diese bedienen. Es gehört eine Produktentwicklung dazu, die es ermöglicht, ein hochwertiges Produkt, das so wenig fehleranfällig wie möglich ist, mit möglichst einfachen Arbeitsprozessen herzustellen. Und es gehört ein professioneller Kundenservice dazu, der den Nutzer*innen die korrekte Anwendung erklären kann. Essentiell dafür ist vor allem eines: gute Kommunikation – nicht nur innerhalb des Produktionsteams sondern auch darüber hinaus mit allen anderen Abteilungen und mit Kund*innen. Und weil nie etwas beim ersten Versuch perfekt ist, gehört dazu ein offener und konstruktiver Umgang mit Fehlern.

Nachhaltiger Wirtschaftskreislauf Von Ocker und Rot

Auf unserer Windelmanufaktur-Website geben wir bereits einen Überblick darüber, was nachhaltige Produktpolitik für uns bedeutet. Wir werden hier das Augenmerk auf unsere Produktion und auf unsere Prozesse werfen.

Qualität in der Produktion Von Ocker und Rot 

Qualität in der Produktion

Hochwertigkeit der Materialien hat nicht nur mit Siegeln zu tun. Zertifizierte Stoffe sind wichtige Leitplanken, aber grundsätzlich legen wir Wert auf hochwertig produzierte Materialien. Nur weil ein Produkt zertifiziert ist, bedeutet das nicht automatisch, dass es hochwertig ist. Zertifizierungsprozesse setzen zwar Standards, sind aber nicht nur umstritten, sondern auch schnell uniform und gaukeln uns oft etwas vor. Ein zertifiziertes Material zu kaufen ist sozusagen eine gute Basis. Die beste Qualität und eine Zertifizierung haben jedoch nur bedingt etwas miteinander zu tun. Möglicherweise sind bestimmte Produkteigenschaften für die geplante Anwendung wichtig – spielten aber bei einer Zertifizierung keine Rolle. Als Beispiel kann eine Farbe bio-zertifiziert sein – aber trotzdem nicht für die Anwendung bei Textilien geeignet. Oder ein Stoff ist fair produziert, aber die Qualität der verwendeten Fasern so gering, dass der Stoff schnell ausleiert und das Waschen nicht gut verträgt. Wenn man hochwertige Produkte herstellen will, braucht man hochwertige Rohstoffe und muss weit über die Beschränkungen von Zertifikaten hinausblicken.

Dazu gehört, dass die bei uns verwendeten Rohstoffe möglichst umweltgerecht und wenig energieintensiv sind; dabei wählen wir Lieferanten aus, die selbst eine hohe sozial-ökologische Qualität aufweisen. Die Stoffe müssen aus demokratischen Ländern kommen, wo vertretbare Arbeits- und Anbaubedingungen herrschen. Wenn möglich, verwenden wir recycelte Materialien, sodass ihnen ein weiteres Leben geschenkt wird. Wir wissen ja aus eigener Erfahrung, dass der achtsame und sorgfältige Umgang mit Stoffen zu höherer Qualität führt. Also liegt es auch nahe, dass hochwertige Materialien insgesamt mit einer wertschätzenden Verantwortung hergestellt wurden.

Slipeinlagen Stoffbinden Schwalben Svala Von ocker und Rot

Oftmals sind unsere Stoffe deswegen nicht in Massen produziert, weshalb wir häufig wechselnde Modelle haben. Wir verwenden lieber das beste Material, bis es aufgebraucht wird, als dauerhaft nur mittelmäßiges zu nutzen. Viele unserer Rohmaterialien lassen wir inzwischen eigens für uns herstellen. Uns ist es wichtig, gleichbleibend hochwertiges Material zu haben und wir sind froh, dass wir diesen Bereich über die Jahre Stück für Stück weiter ausbauen konnten. Wenn wir die Materialien direkt für uns produzieren lassen, haben wir den engsten Kontakt mit den Herstellern und können alle Aspekte der Textilie sehen und beeinflussen. Unser liebstes Beispiel dafür sind unsere Bio Baumwollfrottee Einlagen, die wir in einer außergewöhnlich hohen Rohstoffqualität produzieren lassen.

Das beste Material nützt uns allerdings nichts, wenn es niemand verarbeiten kann und es keine entsprechenden Gerätschaften gibt. Das geht von unseren Maschinen – wir arbeiten ausschließlich mit leisen und wartungsarmen modernen Maschinen – zu unseren Mitarbeitern. Unsere Mitarbeiter*innen in der Produktion durchlaufen eine sehr lange Einarbeitungszeit, bis sie jedes Produkt nähen können. Uns ist es wichtig, dass unsere Qualitätsstandards von allen verstanden und umgesetzt werden können. Die modernen Arbeitsplätze ermöglichen ihnen Bewegungsfreiheit und gleichzeitig größtmögliche Arbeitssicherheit.

Produktion mit Verantwortung Von Ocker und Rot

Qualität in den Prozessen

Bei der Entwicklung neuer Produkte achten wir sehr genau darauf, wie viele Arbeitsschritte und wie kompliziert die Prozesse bis zum Endprodukt sind. Ein Produkt ist umso fehleranfälliger, je komplexer die Herstellung ist. Wir entwickeln zahlreiche Prototypen, bis wir den für uns idealen Weg finden. Hierbei sind uns unsere Kund*innen in der Community eine große Hilfe. Sie testen unsere Prototypen fleißig und können so auch ihre Erwartungen und Anforderungen konstruktiv einbringen. Um aufzuzeigen, wie das bei uns so läuft, haben wir für den Blog beschrieben, wie unsere Schwimmwindel entstanden ist.

Damit wir bei den zahlreichen Produkten nicht durcheinandergeraten oder den Faden verlieren, nutzen wir modernste Management-Tools, um die vielen, vielen Prozesse zu dokumentieren und nachverfolgen zu können. Insbesondere jetzt, wo wir durch die Corona-Krise unsere Arbeitszeiten stärker verteilen müssen, kommt uns die Erfahrung damit zugute. Der größte Vorteil ist dabei, dass wir auch abteilungsübergreifend über die Tools ständig auf dem aktuellen Stand sind und wir dadurch sehr kurze Wege von der Produktion zum Kundenservice oder zum Marketing zu haben. Diese Tools ermöglichen es uns, nicht nur zeit- sondern auch ortsverteilt miteinander zu arbeiten. Für die Teamzusammenstellung bedeutet es, dass wir in manchen Positionen, wo auch ein Arbeiten außerhalb des Ateliers möglich ist, nicht auf regionale Fachkräfte angewiesen sind. Das ist für eine Nischenmarke wie uns super wertvoll. Konkret heißt das für uns, dass die Mitarbeiter*innen im Marketing und Kundenservice nicht auf Präsenz im Atelier angewiesen sind und so aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern arbeiten können.

Unser sehr reges Miteinander, auch über die Abteilungen hinweg, ermöglicht es uns, offen über unsere Fehler zu sprechen und konstruktiv damit umzugehen. Natürlich wollen wir Fehler möglichst vermeiden und natürlich passieren uns trotzdem hin und wieder welche. Aber wir nehmen sie gerne als Anlass, um unsere Produkte und unsere Arbeitsprozesse weiterzuentwickeln. Dadurch lernen wir viel voneinander und können zukünftige Projekte besser und vorausschauend planen.

Kommunikation ist das A und O Von Ocker und Rot

Wie auch unsere Kommunikation innerhalb des Teams ist uns der Kontakt zu unseren Kund*innen unheimlich wichtig. So wichtig, dass wir diesem Thema einen eigenen Blogartikel widmen werden.

Nicht zuletzt gehört es auch zu unserem Qualitätsanspruch, dass unsere Produkte reparabel sind. Nur weil etwas irgendwann kaputt ist, heißt es nicht, dass man es wegschmeißen muss. Unsere Produkte haben sowieso schon durch die hohe Qualität eine lange Lebensdauer, aber sie sind mit ein bisschen Geschick einfach selbst zu reparieren, wenn mal eine Naht gerissen ist. Und wenn du es dir nicht selbst zutraust, kannst du sie uns auch gern zur Reparatur schicken.

Warum der Standort eine große Rolle spielt

Wie du bis hierhin vielleicht gemerkt hast, hat für uns das Miteinander einen hohen Stellenwert. Es ist die Basis für die hochwertige Verarbeitung der Materialien. Wenn wir erst noch einzelne Prozessschritte irgendwo anders hätten, wo ganz anders gearbeitet und kommuniziert wird, dann würde das unseren Anspruch an Qualität enorm einschränken. Wir hätten Schwierigkeiten, neue Produkte in einem so engen Kontakt mit unseren Kund*innen zu entwickeln. Wir könnten nicht “mal schnell” kleine Verbesserungen am Prozess vornehmen. Wir würden nicht von den Produktionsmitarbeiter*innen selbst erfahren können, was sie besser machen würden, und so weiter und so fort. Deswegen steht der Standort in einem sehr engen Zusammenhang mit der Produktqualität.

Wenn wir also zurück zum Kochbeispiel kehren: Stell dir vor, du müsstest deinen Kochtopf erst noch zur Nachbarin bringen, weil sie den Herd hat. Zum Umrühren muss aber wiederum jemand anderes ran, weil ja nur er weiß, wie man mit dem Kochlöffel hantiert. Und zum Abschmecken kommt die Hausverwaltung vorbei... Glaubst du, das Ergebnis wird genauso, wie du es dir vorgestellt hast?