Warum Stoffbinden

und Slipeinlagen aus Stoff?

Ist es nicht totaler Wahnsinn? Täglich - und das ein Leben lang - produzieren wir Müll mit Artikeln, die es auch als waschbare und somit wiederverwendbare und langlebige Alternative gibt. Laut einer Studie würden wir im Laufe unseres Lebens ca. 16.000 € NUR für unserer Periode ausgeben, wenn wir konventionelle Binden, Tampons und Schmerzmittel kaufen! Wenn du auch zu den Frauen gehörst, die gern schönere und ökologisch nachhaltigere Monatshygiene wollen, ohne gleich viel mehr Geld ausgeben zu müssen, bist du hier genau richtig! Mit Von Ocker und Rot kannst du ein für alle mal auf den lästigen Kauf von Binden, Tampons und Slipeinlagen in der Drogerie verzichten! Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch gut für dich.

 

Das steckt in konventionellen Slipeinlagen, Tampons und Binden

Zellstoff

Slipeinlagen, Binden und Tampons bestehen hauptsächlich aus Zellstoff. Zellstoff wird über viele chemische Prozesse aus Holz hergestellt und zu Viskose weiterverarbeitet. Damit diese Viskose schön weiß und wattig weich wird, muss sie gebleicht werden. Früher wurde dafür Chlor benutzt, heute wird für Produkte, die im Intimbereich Anwendung finden, Sauerstoffbleiche verwendet - auch, um die Saugfähigkeit des Zellstoffs zu verbessern und Keime abzutöten. Dieser Vorgang ist aber enorm wasser- und energieaufwendig. Da Bleichen manchmal nicht reicht, werden zusätzlich optische Aufheller eingesetzt, die für Umwelt und Gesundheit als sehr bedenklich gelten.

 

Baumwolle

Tampons aus 100% Bio-Baumwolle gibt es nur von Öko-Herstellern und sie sind dementsprechend teurer. Der Anteil der Baumwolle in konventionellen Hygieneartikeln stammt aus nicht-ökologischem Anbau und wurde sehr wahrscheinlich mit schädlichen Pestiziden behandelt oder stammt aus genmanipulierter Saat. Beim Bleichprozess werden diese zwar ausgewaschen, aber eventuelle Rückstände sind nicht auszuschließen. Dennoch bewertet Öko-Test aktuelle Tamponmarken durchweg positiv. Im Gegensatz zu früheren Tests konnten potenziell gefährliche Substanzen wie Formaldehyd, optische Aufheller, Pestizide und allergieauslösende halogenorganische Verbindungen in den wenigsten Produkten nachgewiesen werden.

 

Kunststoffe

Die meisten konventionellen Tampons, Binden und Slipeinlagen sind umgeben von einer dünnen Kunststoffschicht aus Polypropylen oder Polyethylen. Damit soll verhindert werden, dass sich kleine Fasern aus dem Produkt lösen. Bei der Herstellung werden Chemikalien auf Erdölbasis benötigt. Das Endprodukt ist dadurch nicht mehr biologisch abbaubar. Deshalb gehören Hygieneartikel auch nicht in den Bio-Müll, sondern in die Restmülltonne!

 

Hinzu kommen weitere Plastikbestandteile: Z. B. für die Umverpackung, Klebefolien und Superabsorber. Bei Letzterem handelt es sich um saugfähiges Kunststoffgranulat, dass sich vorrangig in Binden, Windeln und Stilleinlagen befindet und in der Lage ist, ein Vielfaches seines Eigengewichts an Flüssigkeit aufzusaugen. Die Verwendung von Kunststoffen vermindert die Atmungsaktivität der Haut und kann zu Reizungen und anderen Hautirritationen führen - mal davon abgesehen, dass die Plastikproduktion und -entsorgung enormen Einfluss auf unsere Umwelt hat!

 
Giftige Inhaltsstoffe in Tampons, Binden und Slipeinlagen?

2009 hat das Verbrauchermagazin Öko-Test in elf von fünfzehn Hygieneprodukten Chemikalien festgestellt. Seitdem hat sich zwar einiges getan und der jüngste Bericht von 2017 stellt selbst namhafte Hersteller in ein positives Licht, allerdings muss bedacht werden, dass nach EU-Recht Hersteller von Damenhygieneprodukten nicht verpflichtet sind, eine ausführliche Liste aller Inhaltsstoffe anzugeben. Übrigens anders als in Amerika, wo Damenhygieneprodukte als Medizinprodukte gelten und strenger reglementiert sind. Damit sind sie zwar leider auch höher besteuert und um ein Vielfaches teurer als bei uns, aber immerhin weiß Frau, worauf sie sich da einlässt - oder konkreter: welche Inhaltsstoffe sie über die Schleimhäute in ihren Blutkreislauf lässt.

In früheren Studien [1, 2, 3] wurden folgende Inhaltsstoffe in Tampons, Binden und Slipeinlagen aufgezählt, die auf Dauer potenziell gefährlich sein können:

- Dioxine

- Furane

- Formaldehyd

- Phtalate (Weichmacher)

- Pestizid-Rückstände

- Duftstoff-Chemikalien

- Kleber-Chemikalien

 

Dioxine und Furane

Dioxine und Furane entstehen, wenn Baumwolle und Viskose mit Chlor gebleicht werden. Das ist zwar seit den 1990er Jahren für die Herstellung von Damehygieneprodukten verboten, dennoch können weiterhin Rückstände in Tampons und Binden festgestellt werden. Aufgrund der hohen Luftverschmutzung sind Dioxine auch in der Erde und im Wasser enthalten, sodass sie ungehindert in Naturmaterialien wie Baumwolle gelangen. Immerhin können diese bei Verwendung von Stoffbinden aus Baumwolle ausgewaschen werden - mit Wegwerfprodukten ist das nicht möglich. Obwohl Studien belegen, dass der geringe Anteil an Dioxinen in Monatshygieneprodukten nicht gesundheitsgefährdend ist, können schon geringste Mengen über die empfindlichen Schleimhäute in der Vagina in den Blutkreislauf gelangen. Schließlich bleiben Tampons über mehrere Stunden am Tag im Körper und die bedenklichen Stoffe haben genügend Zeit, sich freizusetzen und im Körper anzureichern. Klar, wir sind tagtäglich von Giftstoffen, Feinstaub etc. umgeben, die uns nicht gleich umbringen, aber zumindest auf Dauer krank machen und Krebs verursachen können. Daher ist es einfach wichtig darüber informiert zu sein, an welchen Punkten wir uns und unseren Körper vor solchen Dingen schützen können.

 

Formaldehyd und Phthalate (Weichmacher)

Formaldehyd ist eine Substanz, die in vielen Alltagsprodukten wie Kosmetika und Desinfektionsmitteln vorhanden ist. Sie wirkt keimtötend, konservierend und desinfizierend. Phthalate, auch Weichmacher genannt, kommen ebenfalls in allen möglichen Alltagsgegenständen vor, z. B. in Plastikflaschen, Duschvorhängen oder medizinischen Gegenständen. Bei Damenhygieneartikeln stecken Formaldehyd und Phthalate vor allem in der Umverpackung, also der Folie und den Klebestreifen an der Unterseite zur Befestigung im Slip. Über die Verpackung und Klebestreifen gelangen diese Substanzen in die Produkte und können bei Kontakt mit den empfindlichen Schleimhäuten auf Dauer gesundheitliche Probleme verursachen. Die Stiftung Warentest entdeckte 2011 in zwei Slipeinlagen-Marken Weichmacher die im Verdacht stehen, Krebs, Unfruchtbarkeit und eine verfrühte Menopause auszulösen.

 

Pestizid-Rückstände

Du hast sicher schon von Glyphosat gehört. Das ist ein Unkrautvernichtungsmittel des Monsanto-Konzerns, der in letzter Zeit häufiger für Negativschlagzeilen sorgte - zuletzt, als Noch-Agrarminister Christian Schmidt die Neuzulassung von Glyphosat im Alleingang durchsetzte. Glyphosat gilt als extrem umweltschädlich und hat nachweislich negativen Einfluss auf die menschliche Gesundheit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte Glyphosat 2015 als wahrscheinlich krebserregend ein. Bei Tierversuchen verursachte das Herbizid Missbildungen, in den USA wurde es in der Muttermilch stillender Mütter und im Urin von Kindern und Erwachsenen nachgewiesen. In einer argentinischen Studie wurden Glyphosat-Rückstände u. a. auch in Binden gefunden.[4] Aus diesen Gründen fordern einige Umweltschutzverbände und Politiker*innen ein Verbot des Mittels. Doch so einfach ist das nicht. Das Problem für unser derzeitiges Agrarsystem ist nicht allein Glyphosat, sondern die intensive Landnutzung mit massiver Düngepraxis, einem großen Einsatz unterschiedlicher Herbizide, Fungizide und Insektizide, von denen Glyphosat nur ein kleiner Teil ist. Der Ackerbau ist quasi mit Chemie überfrachtet![5] Selbst Bio-Bauern sind machtlos, wenn ihre Ökoprodukte trotzdem mit chemisch-synthetischen Pestiziden kontaminiert werden, weil der Nachbar sie einsetzen darf. Es bräuchte also eine für Mensch und Umwelt insgesamt verträglichere Landwirtschaft, um dieses Problem langfristig zu lösen. Bis das soweit ist, sollten wir als Verbraucher*innen weiterhin darauf drängen, pestizidfreie Ware erhalten zu wollen.

 

Duftstoffe und Kleber-Chemikalien

Viele konventionelle Damenbinden und Slipeinlagen werden mit Parfüm oder Duftstoffen versehen, um “unangenehme Gerüche” zu verhindern. Die Werbung will uns Frauen damit suggerieren, dass wir untenrum stinken und generell unsauber sind. Dabei entstehen diese unangenehmen Gerüche genau DURCH diese Duftstoffe! Die luftundurchlässigen Plastikbestandteile und das daraus resultierende feuchtwarme Klima tun ihr Übriges. Vor allem im Sommer! Bei vielen Frauen kommt es dann zu Hautrötungen, Juckreiz, Pickelchen oder Pusteln im Intimbereich. Allergien gegen Damenbinden sind seit einigen Jahren keine Seltenheit mehr. Frauenärzte raten immer häufiger von der Verwendung parfümierter Damenbinden ab.

Zudem enthalten konventionelle Monatshygieneprodukte Kleber-Chemikalien, wie z. B. Methyldibromo Glutaronitril. Das ist ein Konservierungsstoff der unter Verdacht steht, Entzündungen sowie Hautallergien auszulösen.

All diese Stoffe sind vor allem deshalb bedenklich, weil die dünne Haut im Intimbereich besonders leicht schädliche Substanzen aufnehmen kann. Da sich Damenhygieneprodukte über einen längeren Zeitraum am oder im Körper befinden, gelangen durch die vielen Blut- und Lymphgefäße Giftstoffe direkt in den Blutkreislauf und können gesundheitsschädigende Folgen haben.

 

Das Toxische Schocksyndrom (TSS)

Die Superabsorber in der Monatshygiene sind so saugstark, dass sie neben Flüssigkeiten wie Urin, Blut und Ausfluss auch der Haut wertvolle Feuchtigkeit entziehen. Das heißt, sie trocknen die Haut aus und super saugfähige Tampons verändern die Scheidenflora. Ist die Regelblutung sehr gering, können z. B. beim Einführen eines Tampons kleine Verletzungen in der Schleimhaut entstehen und so leichter Bakterien eindringen. Bleibt der Tampon über einen langen Zeitraum in der Vagina oder wird sogar vergessen, kann es zum sogenannten Toxischen Schocksyndrom (TSS) kommen. Es wird durch Bakterien hervorgerufen, die ein Toxin bilden und zu einer Blutvergiftung bis hin zum Tod führen können. Es entstehen zunächst Symptome wie bei einer Grippe: Fieber, Schwindel, Muskelschmerzen - auch Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfall können entstehen. Eindeutigere Anzeichen, die auf ein TSS hinweisen, sind großflächige Hautausschläge, die wie ein Sonnenbrand aussehen, auch in den Handflächen und Fußsohlen. Im Extremfall sind Nieren- und Leberschäden sowie Multiorganversagen möglich.

In den USA und Großbritannien hat es bereits mehrere Todesfälle gegeben. Hierzulande ist die Aufklärung zum Glück höher! Denn vor dem Einführen des Tampons sollten bekanntlich die Hände immer gründlich gewaschen und die kleinstmögliche Tampon-Größe gewählt werden - angepasst auf die persönliche Blutungsstärke. Um ein TSS vorzubeugen, sollte der Tampon häufig gewechselt werden. Über Nacht ist eine Binde besser.

Wer auf Nummer Sicher gehen will: Es gibt auch Alternativen, die frei von giftigen Substanzen sind und die Scheidenflora nicht beeinträchtigen.

 

Die Alternative: Monatshygiene aus waschbaren und wiederverwendbaren Materialien

Es gibt auf dem Markt zwar ein paar wenige Hersteller, die Tampons und Binden aus Bio-Baumwolle herstellen und weitestgehend auf Kunstfasern und Plastikgranulat verzichten, dennoch sorgen sie nicht dafür, dass die Müllberge kleiner werden. Schließlich handelt es sich nach wie vor um Einwegartikel!

Deswegen greifen immer mehr Frauen zu waschbaren und wiederverwendbaren Stoffbinden und Slipeinlagen. Wie früher, nur moderner und leichter in der Handhabung! Und statt Tampons sind heute Menstruationstassen und -schwämme die nachhaltigere Lösung. Auch diese gab es früher schon. Aber mit dem wachsenden ökologischen Bewusstsein und den modernen Technologien sind sie jetzt salonfähig und endlich auch praktisch und nicht mehr umständlich.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie sind frei von Giftstoffen, atmungsaktiv und langfristig kostensparend, da sie nach Gebrauch einfach (aus)gewaschen und immer wieder verwendet werden können. Dadurch entsteht keinerlei Müll, was der Umwelt sehr zugute kommt.

Ich lade dich ein, die Von Ocker und Rot Produktwelt kennenzulernen und auszuprobieren. Verabschiede dich von ungesunden Plastikbinden und sag Hallo zu wundervoll weichen, waschbaren Slipeinlagen und Stoffbinden in wunderschönen Designs. Zum ersten Mal kannst du dich während deiner Tage so stark und wohl fühlen wie nie zuvor.

>> ZUR PRODUKTWELT



Quellen:

[1] Women‘s Voices for the Earth, annual report Nov. 2013: http://www.womensvoices.org/wp-content/uploads/2013/11/Chem-Fatale-Report.pdf

[2] Japanische Studie zu Dioxin und Furanen in Damenbinden: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15916504

[3] Utopia: Binden & Tampons: Alle Tage wieder jede Menge Müll?: https://utopia.de/0/ratgeber/oekorrekte-damenhygiene-alle-tage-wieder-jede-menge-muell-tampons-binden-slipeinlagen

[4] Argentinische Studie über Glyphosat in Hygieneartikeln: http://www.laizquierdadiario.com/Glifosato-el-veneno-en-nuestro-cuerpo

[5] Artikel über Neuzulassung von Glyphosat: http://www.sueddeutsche.de/wissen/landwirtschaft-die-neuzulassung-von-glyphosat-ist-richtig-1.3769325

[6] Öko-Test Tampons und Menstruationstassen, Oktober 2017: https://utopia.de/oeko-test-tampons-menstruationstassen-67742/