Bislang gab es meine Damenhygiene-Produkte auf windelmanufaktur.com zu kaufen. Damit meine Produkte auch Frauen erreichen, die sich außerhalb vom “Mütter-Baby-Stoffwindel-Kosmos” bewegen, war die Gründung einer Schwestermarke ein logischer Schritt.

Warum ich mich für den Markennamen “Von Ocker und Rot” entschieden habe und welche Geschichte dahinter steckt, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

 

Die Namensfindung

Einen guten Markennamen zu finden ist keine leichte Aufgabe. Schließlich gibt es auf der Welt Firmennamen wie Sand am Meer. Einen Namen zu finden, den es noch nicht gibt, der aber trotzdem das eigene Produkt und die Philosophie dahinter widerspiegelt, ist alles andere als leicht!

Zum Glück hatte ich für diese Aufgabe CROMATICS an meiner Seite, eine Kreativagentur aus Dresden, die extrem visionär ist und Trends erkennt, noch bevor andere darauf aufsteigen.

Beim Ideenfindungsprozess für den neuen Markennamen gab ich der Agentur alle Freiheiten: Von Englisch bis Kunstwort durfte alles dabei sein.

Die Mädels und Jungs von der Agentur setzten sich zusammen und sammelten erst mal ganz wild Ideen, von denen es schlussendlich sechs in die engere Auswahl schafften.

Als mein Mann und ich dann zur Präsentation der Namensvorschläge eingeladen wurden, waren wir natürlich sehr gespannt und aufgeregt. Wird ein Name dabei sein, der mir gefällt, mit dem ich meine Produkte und mich identifizieren kann?

Und BÄM! Gleich der erste vorgestellte Name war ein Volltreffer! Ich fand “Von Ocker und Rot” auf anhieb toll, auch wenn andere ihn zunächst als recht lang und sperrig empfinden. Aber er ist vor allem eins: “Merk”würdig!

Merkwürdig natürlich im positiven Sinne! Schließlich muss ein guter Markenname erinnerbar sein. Zudem simpel, einzigartig, ausdrucksstark und schutzfähig, d. h., er darf nicht schon vergeben sein bzw. es darf kein Begriff sein, den man nicht schützen lassen kann. Und, was auch ganz wichtig ist, er muss eine Geschichte erzählen können!

 

Back to the roots

Der Zyklus einer Frau ist ähnlich wie eine Farbpalette geprägt von Nuancen. Vor, während und nach der Menstruation wechselt unsere emotionale und physische Verfassung zwischen frisch und fröhlich bis traurig und kraftlos.

Ihr kennt das ja: An einigen Tagen könnte man Bäume ausreißen und die ganze Welt umarmen, es gelingt einfach alles und man sprüht vor Ideen. Zwei Wochen später dann das genaue Gegenteil. Man ist müde, schnell gereizt oder unzufrieden mit sich und seinem Körper. Typisch PMS eben.

Schuld daran sind natürlich unsere Hormone, die auf eine mögliche Schwangerschaft hinarbeiten. Wurde die Eizelle nicht befruchtet, löst sich die dicke Gebärmutterschleimhaut und wird ausgestoßen. Es kommt zur Monatsblutung.

Dieses Blut unterscheidet sich aber um Welten von dem Blut, was beispielsweise Männern nach einem Boxkampf aus der Nase läuft. Es beinhaltet den Nährboden für eine gegebenenfalls befruchtete Eizelle, die sich darin einnisten und zum Baby werden kann.

Kurzum: Dieses Blut ist die Wurzel allen Lebens!

 

Von Ocker...

Die Geschichte der Menschheit ist begleitet vom “Roten Ocker”. Das ist eines der ersten Pigmente, die der Mensch verwendet hat. Seit jeher werden dem Ocker lebenserhaltende Kräfte zugeschrieben.

Das erklärt vermutlich auch, weshalb rote und gelbe Erdfarben als Grab-Beigabe in steinzeitlichen Bestattungen dienten und bereits vor etwa 35.000 Jahren für Höhlenmalereien verwendet wurden.

Noch heute bemalen die Frauen Afrikas die Wände ihrer Häuser mit rotem und gelbem Ocker. Und viele Naturvölker der Erde kannten und nutzten ihn für rituelle Zeremonien, Feste und Begräbnisse.

Auch zur Herstellung von Schminke wurde roter Ocker bereits in der frühen Menschheitsgeschichte eingesetzt. So schminkten sich zum Beispiel die Frauen im alten Ägypten ihre Lippen mit diesem Pigment.

Ocker enthält, je nach seiner Farbgebung – gelb, orange, rot oder braun. Ebenso beinhaltet unsere Periode eine ganze Palette von Rottönen: Von Hell- über Dunkelrot bis Braun ist alles dabei und völlig normal.


 

...und Rot

Rot gilt neben der Farbe des Blutes auch als Farbe des Feuers. Blut und Feuer werden sowohl mit positiven als auch mit negativen Dingen assoziiert. Dem Blutvergießen beispielsweise auch durch Hass und Krieg, dem Schmerz und der Aggression stehen die Kraft der Liebe, die Wärme und Leidenschaft gegenüber.

Wusstet ihr, dass im Hebräischen die Worte Blut und Rot den gleichen Ursprung haben? Rot heißt “adom” und Blut heißt “dam”. Daraus leitet sich auch der Name des biblischen Adams ab, den Gott aus roter Erde geschaffen hat.

In frühen Kulturen wurde das dunkle Rot des Blutes dem Weiblichen zugeordnet. So ist es nicht verwunderlich, dass die Farbe Rot in vielen überlieferten Märchen als symbolträchtiges und akzentuierendes Element Einzug hielt.

Bei dem Märchen Rotkäppchen zum Beispiel interpretierten Kulturhistoriker und Psychoanalytiker die rote Kappe des Mädchens als Symbol für die mit der Pubertät einsetzenden Menstruationsblutung. Es ließen sich an dieser Stelle noch viele weitere Beispiele nennen. Aber um den Rahmen des Beitrags nicht zu sprengen, werde ich das Thema irgendwann noch mal hier im Magazin aufgreifen.

 

 

Der Claim: “Für schönere Tage”

Manche Unternehmens- oder Markennamen haben einen Satz oder Spruch, der Bestandteil des Unternehmenslogos oder Markenzeichens ist. Im Marketing-Fachjargon wird das “Claim” genannt. Neben Von Ocker und Rot steht der Claim “Für schönere Tage” und hat folgenden Hintergrund:

Ich glaube, wir haben alle schon mal unsere monatlichen Blutungen verflucht. Sei es aus Schmerz oder aus Ekel. Ich erinnere mich auch noch an den Moment, als ich als Teenie an der Drogeriemarkt-Kasse stand und vor einem süßen Typen die Packungen mit Tampons und Binden auf’s Band legen musste. Voll peinlich!

Dabei ist es so schade und traurig, dass wir Frauen aufgrund der Jahrtausende währenden systematischen Abwertung des Weiblichen unseren Zyklus, unsere Menstruation, ja unsere gesamte Weiblichkeit vorrangig als etwas negatives und unschönes betrachten.

Ich habe irgendwann angefangen mich intensiver mit dem Thema Weiblichkeit auseinanderzusetzen und es hat mir geholfen, meinen Zyklus bewusst wahrzunehmen und lieben zu lernen. Das wünsche ich mir auch für euch!

Mit Von Ocker und Rot möchte ich nicht einfach nur nachhaltige Damenhygiene anbieten, sondern auch für einen (selbst)bewussteren Umgang mit unserem Körper und für eine positivere Einstellung zu unserem Zyklus sorgen.

Die schönen Designs der Slipeinlagen und Stoffbinden sollen euch Freude bereiten. Farben und Muster sollen positive Emotionen und Gefühle in euch wecken und damit getreu des Claims “Für schönere Tage” sorgen.


 

Jetzt wisst ihr, warum ich mich für “Von Ocker und Rot” entschieden habe und ich hoffe, euch gefällt der Name genau so wie mir - wenn auch erst auf den zweiten Blick.

 

Eure Stephanie